Aufstellungsarbeit

Aufstellungsarbeit

Ein wichtiges Werkzeug ist die Arbeit mit systemischer Struktur- und Organisationsaufstellung.
Das Ziel einer Organisationsentwicklung, die mit der Methode der Systemischen Strukturaufstellung arbeitet, besteht darin, systemische Verstrickungen zu erkennen, kontraproduktive Verhaltensstrategien (des gesamten Systems) zu entstören, um dadurch letztendlich bessere Handlungsoptionen zu entwickeln. Im Kern geht es darum, ein System zu unterstützen, seine Verstrickungen zu erkennen und aus eigener Kraft Lösungs- und Entwicklungsstrategien zu generieren.

Familien und Organisationen sind dynamische Systeme, in denen sich verschiedene Abteilungen, Gruppen, Individuen auf eine bestimmte Weise zueinander verhalten. In solchen Systemen wirken die „Ordnungsprinzipien“ Bindung, Ordnung und Ausgleich. Wenn das Gleichgewicht einer dieser Voraussetzungen gestört ist, hat das sowohl auf das Wohlbefinden der Systemmitglieder, als auch auf die Effektivität dieses Systems einen beträchtlichen und oft schädlichen Einfluss.

Bei der Aufstellungsarbeit handelt es sich um eine Form von Gruppensimulationsverfahren, d.h. eine Gruppe von Menschen – die, bis auf den „Anliegenbringer“, dem aufzustellenden System in der Regel nicht angehören – kommt dabei an einem Ort zusammen, um anhand dieser Methode ein bestimmtes Thema zu bearbeiten. Hierfür werden die diversen Schlüsselfiguren und Teile der zu bearbeitenden Situation durch den „Anliegenbringer“ unter Anleitung eines Aufstellungsleiters im Raum nach einer bestimmten Vorgehensweise aufgestellt. Dabei kommt es zum Phänomen der „Repräsentierenden Wahrnehmung“, wodurch rasch tiefere Zusammenhänge bzw. für das System förderliche sowie behindernde Aspekte deutlich werden.

In der eigentlichen Aufstellung wird ein „inneres Bild“, das ein ganzheitliches und tendenziell vorbewusstes ist, „veräußert“, indem seine Elemente im Raum mittels Repräsentanten aufgestellt werden. Durch die Bearbeitung dieses Bildes erfolgt seine Veränderung in Richtung auf eine gute Lösung, die der Anliegenbringer danach wieder in sich aufnimmt.

Der konkrete Nutzen von Strukturaufstellungen im Organisationsbereich besteht nicht nur im unmittelbaren Erkenntnisgewinn, sondern auch im Interventionscharakter dieser Methode. So wird durch Sichtbarwerden der Dynamik des aufgestellten Systems dieses einer Analyse zugänglich gemacht und eröffnet somit Einblick in die bestehenden und möglichen Beziehungsmuster (Koalitionen, Ausgrenzungen, Machtmissbrauch), die damit einhergehenden Befindlichkeiten und deren Zusammenhänge. Die Erkenntnisse, die der Anliegenbringer daraus ableiten kann, können als Hilfestellung bei wichtigen Entscheidungen dienen.

  • Bei Fragen zur Unternehmensführung geht es z.B. darum, Klarheit über Ziele und Aufgaben der Organisation (wieder) zu erlangen oder historische Altlasten zu erkennen (z.B. Nicht-Würdigung Ausgeschiedener).
  • Bei Personalfragen etwa darum, den passenden Mitarbeiter für eine Position zu finden oder nachzubesetzen oder darum, die optimale Teamzusammensetzung für die Bewältigung von Projekten oder des alltäglichen Geschäftes zu gewährleisten.
  • Bei Fragen zur Mitarbeiterführung / Coaching hilft die Aufstellungsarbeit individuelle bzw. familiäre Kontexte hinter betrieblich relevanten Verhaltensmustern zu erkennen und geeignete Strategien in der Mitarbeiterführung entwickeln zu können.
  • Bei Fragen zur persönlichen Orientierung und Positionierung können die Methoden helfen, Klarheit über den eigenen Platz im System zu bekommen oder etwa neue Perspektiven zu entwickeln und prüfen zu können.
  • Für Fragen im Kontext von Familienbetrieben geht es etwa darum, die Ebenen von Familie und Unternehmen klarer trennen zu können oder auch die Übergabe des Unternehmens von einer Generation in die nächste erfolgreich abwickeln zu können.
 
  Counter