Mein Parkplatz – dein Parkplatz?

Führung und Umgang mit MitarbeiterInnen

Schauplatz:

Familienbetrieb in der 7. Generation in Niederösterreich
Baunebengewerbe
ca. 30 MitarbeiterInnen

Eine scheinbare Kleinigkeit kann auf Größeres hinweisen. In diesem Fall war es das Nicht-Respektieren des Chefs, das sich auf nicht ganz herkömmliche Weise zeigte:

Die meisten MitarbeiterInnen dieser Firma kommen jeden Morgen mit dem Auto zur Arbeit. So auch der am längsten dort beschäftigte Arbeiter. Für alle AutofahrerInnen gibt es vorgesehene Parkplätze auf dem Firmengelände. Doch dieser eine Mitarbeiter stellte sich ab einem gewissen Zeitpunkt stets auf den Parkplatz des Chefs. Was diesen zu Beginn nicht störte. Er sah erst die Notwendigkeit zu handeln, als es in jenem Teilbereich des Unternehmens, in dem der dienstälteste Mitarbeiter tätig ist, zu einer großen Fluktuation kam.

Um sich ein Bild machen zu können, was genau das Problem ist und welche Dinge im Verborgenen liegen, bot sich in diesem Betrieb eine Teamaufstellung an. In dieser Aufstellung ging es nur um jenen der drei Teilbereiche der Firma, in dem der genannte Mitarbeiter tätig ist.

Es zeigte sich: Der Parkplatz war ein Symbol für die Macht, die der Mitarbeiter gegenüber seinem Vorgesetzten demonstrierte. Er hatte seinen neuen/jungen Chef nicht akzeptiert und dies durch das unerlaubte Verwenden des Parkplatzes verdeutlicht. Außerdem hatte dieser Parkplatz in der Generation davor dem Senior-Chef gehört.

Die Lösung war einfach und auch billig: Der Bereich um das Haus, vor dem sich dieser Parkplatz befindet, wurde mit Farbstreifen gekennzeichnet und somit zur Parkverbotszone für alle – MitarbeiterInnen, KundInnen und Geschäftsführung – erklärt.

Heute steht kein  Auto mehr an diesem Platz. Und auch die „Revolte von unten“ ist Geschichte.