Vom Bleiben und Gehen

Den richtigen Ausgleich bei der Unternehmensübergabe finden

Schauplatz:

Familienbetrieb in der 2. Generation in Niederösterreich
Handelsunternehmen
ca. 40 MitarbeiterInnen

Bruder und Schwester führen dreißig Jahre gemeinsam das Unternehmen. Da keines der Kinder des älteren Bruders die Firma übernehmen möchte, denkt dieser an seinen Ausstieg. Auch um den Weg für den Sohn seiner Schwester frei zu machen.

Der Bruder will sein Wirken der letzten Jahre wertgeschätzt wissen und wünscht sich einen finanziellen Ausgleich, um in Frieden gehen zu können. Er spricht mit seiner Schwester, um sich mit ihr auf einen Preis zu einigen, den diese zu zahlen bereit wäre. Aber die Schwester findet die von ihrem Bruder gestellte Forderung zu hoch und argumentiert von: „Das kann sich der Betrieb nicht leisten“ bis hin zu: „Du treibst mich in den Ruin“.

Der Bruder war sich sicher, dass dem nicht so sei. Er holte sich die notwendigen Daten und Fakten direkt aus dem Betrieb und legte sie einem Unternehmensberater vor, der die Firma bewertete. Mit dem Ergebnis: Von Ruin keine Spur. Der Betrieb konnte eine derartige Zahlung durchaus verkraften.

Um dieses sachliche Argument zu untermauern, bat der Bruder um eine Generationenaufstellung. Dabei ging es vorrangig um die Themen Geben und Nehmen und einen für beide passenden Ausgleich zu finden. Der Bruder will einerseits Wertschätzung für seine Jahre in der Firma; nicht nur in Form von Geld. Andererseits ist es ihm ein Anliegen, dass es für die Firma gut weitergeht. Immerhin hängen viele Arbeitsplatze am Weiterbestand des in der Region etablierten Familienbetriebs. Doch auch die Schwester wünscht sich diese Wertschätzung vom Bruder, da sie in den Jahren, als er noch aktiv mitgearbeitet hat, eigentlich nur die „zweite Geige“ spielen durfte. Er traute ihr damals und heute nicht zu, das Unternehmen gut zu führen. Warum sollte sie also für etwas bezahlen, das sie in den Augen ihres Bruders nicht leisten konnte?

Mithilfe des Generationenseminars wurden alle diese Hürden gemeistert.

Die Lösung war:

- drei Teilzahlungen von der Schwester an den Bruder (nach der Bewertung durch einen Unternehmensberater)

- ein symbolisches Danke vom Bruder an die Schwester (das sich dann auch im realen Leben manifestierte)

Somit geht es für alle gut weiter:

Die Schwester führt das Unternehmen, bis ihr Sohn bereit für den Einstieg ist. Der Bruder anerkennt ihre Leistung und bekam den von ihm gewünschten finanziellen Ausgleich.

Das Unternehmen wird in den nächsten Jahren an die dritte Generation übergeben.